YOGA & ATEM | T.Krishnamacharya

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Interview mit dem T. Krishnamacharya aus dem Jahr 1938. Stil und Inhalt der Fragen und Antworten sind im Kontext der Zeit und dem kulturellen Hintergrund zu betrachten. [Quelle: Viveka]

Wie ist das Vorgehen beim Üben von Körperübungen (Asana)?

Krishnamacharya: Beim Üben von Asana muß der Atem reguliert werden. Ein- oder Ausatmung müssen entsprechend der Bewegung gewählt werden. Die Länge der Aus- und Einatmung hängt vom Asana ab. Dies hilft im Heilungsprozess von Krankheiten. Wird nicht korrekt geatmet, so ist die ganze Praxis Zeitverschwendung.

Was ist Yoga?

Krishnamacharya: Ein Mensch, der den inneren Wunsch hat und sich kontenuierlich bemüht, ein Verständnis von seinem Körper (sharira), seinen Sinnen (indriya), seinem Atem (prana) und seinen Verstand (manas) zu entwickeln und für dessen Funktion Sorge zu tragen, kann sein Selbst (jivatman) und das höhere Selbst (pramatma) […]
erleben.
Dazu sollten wir den Körper und die Wachheit erhalten und neben der Auffassungskraft die Fähigkeit fördern, seinen Geist auf ein Objekt oder Thema, ohne Ablenkung auszurichten (dharana shakti). Yoga ist der Übungsweg, die Praxis, welche zu dieser Erfahrung hinführt.

Wieviel Arten von Yoga gibt es?

Krishnamacharya: Vier Arten lassen sich unterscheiden: Wo sich Yoga auf den Körper bezieht, nennt man ihn „sharirayoga“. Wo es den Verstand betrifft, heißt er „manasikayoga“. Wo er sich auf das Selbst (Seele) bezieht, nennt man ihn „adhyatma“ yoga. Da, wo er die Sinne zum Thema hat, nennt man ihn „aindriyakayoga“.

Der Yoga, der durch Beseitigung von Krankheiten zu einer Kräftigung des Körpers führt, ist „sharirayoga“. Der Yoga der die Sinne entwickelt und schärft ist „aindriyakayoga“. Der Yoga durch den das Denken Stabilität erlangt und von unnötigen Zweifeln befreit, heißt „manasikayoga“. Der Yoga der zur wahren Erfahrung des Selbst und des höheren Selbst führt, nennt man „adhyatmayoga“.

Anmerkung: Heute wird Yoga oft in unterschiedliche Ausrichtungen separiert. Das hat vermutlich mit der Unterteilung in Karma, Bhakti, Jnana, Hatha Yoga zu tun. Alle vier Wege sind im „Raja-Yoga“ enthalten und letztendlich als eine Einheit zu verstehen.

Wie ist das Vorgehen beim Üben?

Das Üben des Yoga muss einer funktionellen Ordnung „vinyasa-krama“ folgen. Das Yoga-Sutra schlägt – entsprechend den Fähigkeiten und der Situation der jeweiligen Person – verschiedene Konzepte vor. Diese sind als Hilfe für uns gemeint und die Übungspraxis sollte sich im Einklang mit diesen befinden…

Wer ist für Yoga geeignet?

Krishnamacharya: Jeder Mensch, der den Wunsch hat, die Freude zu erfahren, die aus Yoga entsteht, kann Yoga üben. Weder Herkunft, Familientradition, Geschlecht, Alter, Besitztum noch gesellschaftliche oder altersbedingte Stellung prädestinieren jemanden oder schränken ihn ein, Yoga zu üben.

Es ist wichtig von einem Lehrer zu lernen. Wer sein Wissen aus Büchern oder zweifelhaften Quellen erwirbt, hat nicht das Recht, Yoga dafür verantwortlich zu machen, wenn er die positiven Auswirkungen nicht erfährt.

Anmerkung: wie in vielen Tradition erwähnt, als Beispiel die „Katha Upanishad“ der Text über die letzte Weisheit, betont Krishnamacharya die Notwendigkeit eines erfahrenen Lehrers. …„Wenn es nicht von einem anderen verkündet wird, gibt es keinen Weg zum Ziel, denn es ist sehr subtil, durch Logik nicht zu erkennen.“ Abschnitt II.8 „


[Bild 1] T. Krishnamacharya  in der Asanaposition „Mulabhandhasana“ 

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